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Geschäftsfeld B2C

Geschäftsentwicklung im Brokerage

Wertpapierhandel

Im Vergleich zum sehr aktiven Handel 2011 – bedingt durch stärkere Marktvolatilitäten infolge der Tsunami-Katastrophe in Japan und der Euro-Schuldenkrise – hat sich das Orderaufkommen im Berichtsjahr wieder reduziert. Allerdings entwickelte sich die Zahl der ausgeführten Orders wesentlich stabiler als das Marktumfeld (s. Wirtschaftliches Umfeld); gegenüber dem Vorjahr (9,15 Mio.) sank sie lediglich um 7,4 % auf 8,47 Mio. Der CFD-Handel hatte an dieser Entwicklung maßgeblichen Anteil und trug rund 18 % zur Gesamtzahl der Trades bei; im Vorjahr lag der Anteil nur bei rund 4 %, da die Plattform erst im September 2011 startete.

Der monatlich berechnete comdirect Brokerage-Index, der auf den Wertpapierkäufen und -verkäufen der Depotkunden basiert, signalisierte das gesamte Jahr über einen ausgeprägten Verkaufsdruck bei Renten und Fonds, während sich bei Aktien, Zertifikaten und Optionsscheinen ein uneinheitliches Bild zeigte. In der zweiten Jahreshälfte überwogen insgesamt die Verkäufe, sodass sich der Index zumeist deutlich unterhalb von 100 Punkten bewegte.

Auf das LiveTrading, unsere Plattform für den außerbörslichen Handel, entfielen 46 % (Vorjahr 40 %) der Trades. Zur hohen Aktivität beigetragen hat die Einführung von Limit- und Stopfunktionen Ende 2011 ebenso wie die attraktive Konditionengestaltung über eine ganzjährige Flat-Fee-Aktion mit drei Kooperationspartnern.

Ausgeführte Orders B2C
Brokerage Index (Dezember 2011 – Dezember 2012)

Die Wertpapierumsätze im Geschäftsfeld B2C (ohne CFDs) lagen bei 33,21 Mrd. Euro (Vorjahr 46,47 Mrd. Euro). Daraus errechnet sich ein durchschnittliches Ordervolumen von 4.759 Euro (Vorjahr 5.308 Euro).

Depotvolumen

Die Depotwerte der Kunden summierten sich zum Jahresende auf 16,29 Mrd. Euro – ein Zuwachs von 13,7 % gegenüber dem Jahresendstand 2011 (14,32 Mrd. Euro). Hier wirkten sich vor allem die starken Kursanstiege an den Aktienmärkten aus. Darüber hinaus kamen Nettoinvestitionen der Kunden in Höhe von rund 0,85 Mrd. Euro zum Tragen. Dazu leisteten die – im comdirect Brokerage Index nicht erfassten – regelmäßigen Einzahlungen auf Wertpapiersparpläne einen Beitrag. In geringem Maße wirkte sich die Übertragung von Investmentfondsanteilen auf comdirect Wertpapierdepots aus; hierfür haben wir im Rahmen von Depotübertragungskampagnen eine Prämie gezahlt.

Zum Jahresende verteilte sich das Depotvolumen auf 806,4 Tsd. (Vorjahr 783,6 Tsd.) Wertpapierdepots.

Depotvolumen B2C zum 31.12.
Wertpapierdepots B2C zum 31.12.

Geschäftsentwicklung im Banking

Einlagengeschäft

Im Einlagengeschäft hat die comdirect bank das Wachstum des Vorjahres fortgesetzt. Unser kostenloses Girokonto mit Zufriedenheitsgarantie bewährt sich weiterhin als Wachstumsmotor unseres Banking-Angebots. Die Zahl der Girokonten legte gegenüber Ende 2011 (774,5 Tsd.) um 126,9 Tsd. auf 901,4 Tsd. zu. Auch die Zahl der Tagesgeld PLUS-Konten, bei denen Neuabschlüsse zumeist in Kombination mit dem Girokonto erfolgen, lag trotz Zinsanpassungen im Plus und nahm auf 1.344,9 Tsd. (Ende 2011: 1.235,8 Tsd.) zu.

Die anhaltend hohe Nachfrage ist unter anderem auf die erneut verbesserte Ausstattung des Girokontos zurückzuführen. Hierzu zählt der Ausbau des Mobile Banking ebenso wie die neue Visa-Karte, die Komfort und Sicherheit im Zahlungsverkehr weiter erhöht (s. Geschäftsmodell, Strategie und Steuerung).

Ungeachtet des für Geldanlageprodukte schwierigen Zinsumfelds ist es dank der höheren Zahl von Giro- und Tagesgeld PLUS-Konten gelungen, das Einlagenvolumen gegenüber Ende 2011 (10,57 Mrd. Euro) um 9,9 % auf 11,62 Mrd. Euro zu steigern. Hiervon entfielen rund 58 % (Vorjahr rund 60 %) auf das Tagesgeld PLUS. Gleichzeitig zogen die auf Girokonten befindlichen Einlagen im Jahresdurchschnitt an.

Einlagenvolumen B2C zum 31.12.
Girokonten und Tagesgeld PLUS-Konten zum 31.12.

Mittel- bis langfristige Termingelder auf Laufzeitkonten standen aufgrund der Zinsentwicklung weniger in der Gunst der Anleger. Bei Festgeldkonten (Laufzeit 1 – 3 Monate) nahm das Einlagenvolumen im Berichtszeitraum um 17 % ebenfalls ab. Auf Währungsanlagekonten stieg das Volumen dagegen weiter an, wobei Anlagen in Schweizer Franken, Norwegischer Krone und US-Dollar dominierten. Das Volumen auf Währungsanlagekonten ist jedoch trotz starken Wachstums insgesamt von untergeordneter Bedeutung.

Zum Jahresultimo entfielen 91,4 % (Vorjahr 90,4 %) der Verbindlichkeiten gegenüber Kunden auf täglich fällige Einlagen. Die Wiederanlage der Kundengelder ist an die wirtschaftliche Haltedauer der Einlagen angepasst (s. Finanz- und Vermögenslage der comdirect Gruppe).

Kreditgeschäft

Das Volumen der von unseren Privatkunden in Anspruch genommenen Wertpapier- und Dispositionskredite ist gegenüber dem Jahresende 2011 (189 Mio. Euro) auf 173 Mio. Euro zurückgegangen.

Das Wertpapierkreditvolumen hat sich im Jahresverlauf um 17,6 % verringert, wenngleich die Beleihungswerte sowie die Inanspruchnahme im vierten Quartal wieder zunahmen.

Das Dispositionskreditvolumen lag um 5,6 % über dem Vorjahreswert. Zusätzlich wirkte sich das Kreditvolumen auf den Visa-Karten aus: Beträge werden nicht mehr täglich, sondern wöchentlich abgerechnet, sodass comdirect den Kunden einen kurzfristigen, zinslosen Kredit einräumt.

Bei Baufinanzierungen und Ratenkrediten tritt comdirect als Vermittler auf. Beide Angebote hatten deshalb keinen Einfluss auf das Kreditvolumen.

Geschäftsentwicklung in der Beratung

Das historisch niedrige Zinsniveau und der anhaltende Trend zur Investition in Sachwerte haben die Nachfrage nach unserer Baufinanzierung PLUS im Berichtsjahr auf unverändert hohem Niveau gehalten. Der Stimmungsindex Baufinanzierung lag im Schnitt über den Werten des Vorjahres. Das Volumen an vermittelten Baufinanzierungen bewegte sich mit 443 Mio. Euro unweit des Vorjahresniveaus (465 Mio. Euro).

Die 2011 gestartete Online Live-Beratung stieß bei unseren Kunden weiterhin auf positive Resonanz, insbesondere in Kombination mit der im Berichtsjahr getesteten Videotelefonie. Neben der telefonischen trug die persönliche Vor-Ort-Beratung an den Baufinanzierungsstandorten Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg und München wesentlich zum Erfolg bei. In den Geschäftsstellen wird die Online Live-Beratung ebenfalls mit Erfolg eingesetzt.

Die Zahl der Finanzierungspartner blieb im Berichtsjahr mit mehr als 250 stabil. Dies gewährleistet eine hohe regionale Abdeckung.

Die Anlageberatung PLUS nutzten zum Jahresende rund 2.160 Kunden (Ende 2011: rund 1.800 Kunden). Das betreute Portfoliovolumen (Assets under Advice) summierte sich auf 157 Mio. Euro.

Ertragslage im Geschäftsfeld B2C

Das Geschäftsfeld B2C hat mit einem Ergebnis vor Steuern von 82,9 Mio. Euro den Rekordwert des Vorjahres (99,5 Mio. Euro) nicht erreicht. Wesentlicher Grund hierfür war der marktbedingt rückläufige Provisionsüberschuss. Die Cost-Income-Ratio des Segments erhöhte sich von 66,2 % auf 69,5 %.

Die auf dem Einlagengeschäft beruhenden Ergebniskomponenten – Zinsüberschuss, Handelsergebnis, Ergebnis aus Finanzanlagen und Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen – der comdirect Gruppe stammen nahezu vollständig aus dem Geschäftsfeld B2C. Insofern wird auf die Kommentierung dieser Positionen auf Ebene der comdirect Gruppe verwiesen (s. Geschäfts- und Ertragslage der comdirect Gruppe).

Ergebnis vor Steuern B2C
Cost-Income-Ratio B2C

Der Provisionsüberschuss lag mit 120,3 Mio. Euro um 14,9 % unter dem Vorjahreswert (141,4 Mio. Euro). Hier wirkte sich insbesondere die geringere Orderzahl aus. Der im Verhältnis zu den Trades überproportionale Rückgang der Provisionen aus dem Wertpapiergeschäft geht vor allem auf den höheren Anteil der CFD-Trades zurück, bei welchen der Ertrag je Trade geringer ist als bei den übrigen Orders.

Das sonstige betriebliche Ergebnis belief sich auf 10,7 Mio. Euro (Vorjahr 13,8 Mio. Euro). Der Vorjahreswert enthielt Zinserträge in Höhe von 9,2 Mio. Euro auf die bereits erwähnte Steuererstattung. Im abgelaufenen Jahr waren aus diesem Sachverhalt nochmals 4,9 Mio. Euro zu verbuchen. Zudem sind Sondererträge aus der Beendigung der Dienstleistungsvereinbarung mit der Commerz Direktservice GmbH enthalten.

Die Verwaltungsaufwendungen wichen mit 198,7 Mio. Euro nur unwesentlich vom Vorjahreswert (197,5 Mio. Euro) ab. Höheren Personal- und Sachaufwendungen standen dabei – wie auf Konzernebene – geringere Abschreibungen gegenüber.