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Gesamtrisikoposition im Geschäftsjahr 2012

Das Gesamtrisiko der comdirect belief sich bei einem Konfidenzniveau von 99,91 % und einer Haltedauer von einem Jahr zum Jahresultimo 2012 auf 159,4 Mio. Euro (Ende 2011: 235,2 Mio. Euro). Der deutliche Rückgang des ökonomischen Kapitalbedarfs ist insbesondere auf gesunkene Markt-, Modell- und operationelle Risiken zurückzuführen.

Zusammensetzung des ökonomischen Risikokapitalbedarfs 2012 (in Mio. Euro)

  Stand zum 31.12.2012
Marktrisiko 53,0
Adressenausfallrisiko 66,5
Operationelles Risiko 19,9
Geschäftsrisiko 18,3
Modellrisiko 1,8
Ökonomischer Risikokapitalbedarf 159,4

Die Limitauslastung war sowohl hinsichtlich des aggregierten Risikos als auch bei allen Einzelrisiken im gesamten Jahresverlauf unkritisch und überwiegend rückläufig. Zum Jahresende 2012 war das Gesamtlimit zu 36,6 % (Ende 2011: 54,2 %) ausgelastet. Auch unter Stressbedingungen war die ökonomische Risikotragfähigkeit durchweg gegeben; bei einem Gesamtrisiko von 178 Mio. Euro unter Stress war das Deckungspotenzial zu 41 % in Anspruch genommen.

Der ökonomische Risikokapitalbedarf für Marktrisiken lag zum Jahresultimo 2012 mit 53,0 Mio. Euro (Ende 2011: 83,8 Mio. Euro) deutlich unter Vorjahresniveau. Der kontinuierliche Rückgang der Marktrisiken ist auf die tendenziell ruhigere Marktlage sowie auf die konsequente Rückführung des Volumens an Bankschuldverschreibungen aus belasteten Ländern des Euroraums (so genannte PIIGS-Staaten) zurückzuführen. Mithilfe dieser PIIGS-Strategie konnte das Credit-Spread-Risiko deutlich begrenzt werden.

Adressenausfallrisiken gingen mit einem Gesamt-CVaR von 66,5 Mio. Euro (Ende 2011: 61,1 Mio. Euro) in das Gesamtrisiko der comdirect Gruppe ein; hier wirkte sich die Staatsschuldenkrise in Form von Rating-Migrationen aus. Der negative Effekt wurde wie auch beim Marktrisiko durch die konsequente Rückführung des Exposures in europäischen Bankschuldverschreibungen begrenzt (s. Finanz- und Vermögenslage der comdirect Gruppe).

Der deutliche Rückgang des ökonomischen Risikokapitalbedarfs für das Modellrisiko beruht auf dem kontinuierlichen Einlagenzuwachs und der hohen Stabilität unserer Kundeneinlagen. Der Rückgang des operationellen Risikos resultiert aus den geringen OpRisk-Schäden der comdirect in der Vergangenheit, denen die neue verlustdatenbasierte ErC-Allokation des AMA-Modells der Commerzbank Rechnung trägt.

Die entsprechend den Anforderungen der Solvabilitätsverordnung (SolvV) ermittelten risikogewichteten Aktiva summierten sich zum Bilanzstichtag auf 635,5 Mio. Euro.

In Vorbereitung auf die künftigen Anforderungen von Basel III ist seit dem Geschäftsjahr 2010 die Leverage Ratio zu berechnen und an die Aufsicht zu melden. Diese drückt das Verhältnis von hartem Kernkapital (Tier-1-Kapital in Höhe von 385,9 Mio. Euro; vergleiche Note (53)) zur Gesamtsumme der Aktiva (nicht-risikogewichtet) aus. Gemäß der voraussichtlich ab Anfang 2018 geltenden Regeln muss die Leverage Ratio mindestens 3 % betragen.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass comdirect über ausreichende Risikopuffer verfügt, um auch lang anhaltende Phasen der Marktschwäche sicher zu überstehen. Aus heutiger Sicht sind keine realistischen Risiken erkennbar, welche den Fortbestand der comdirect gefährden könnten.