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Liquiditätsrisiken

Risikoquantifizierung, -steuerung und -reporting

Für die Liquiditätsdisposition ist in der comdirect das Treasury verantwortlich. Um einem möglichen Liquiditätsabzug durch Kunden Rechnung zu tragen, wird ein hinreichendes Volumen in täglich fälligen Geldern und in hochliquiden – zur Liquiditätsbeschaffung beleihbaren – Wertpapieren vorgehalten.

Zur Begrenzung des Liquiditätsrisikos orientieren wir uns an den Anforderungen der Liquiditätsverordnung und an internen Steuerungsgrößen. So erfolgt die Steuerung des Liquiditätsrisikos zusätzlich zu den aufsichtsrechtlich geforderten Kennziffern auch über ein Limitsystem auf Basis der verfügbaren Liquidität (Available Net Liquidity Concept). Der zukünftige Refinanzierungsbedarf wird anhand der in die Zukunft kumulierten verfügbaren Liquidität ermittelt, ergänzt um die erwarteten Liquiditätswirkungen von geschäftspolitischen Entscheidungen und Annahmen zum Kundenverhalten. Dabei wird die Available Net Liquidity für definierte Stressszenarien ermittelt und überwacht. Darüber hinaus werden die künftigen Liquiditätskennziffern gemäß Basel III – Liquidity Coverage Ratio (LCR) und Net Stable Funding Ratio (NSFR) – bereits als Beobachtungskennziffern ermittelt und überwacht.

Aktuelle Risikosituation

Die Liquiditätslage der comdirect war auch im Berichtsjahr unverändert komfortabel und durch einen hohen Liquiditätsüberschuss selbst im Stressszenario gekennzeichnet. Die kumulierte Available Net Liquidity übertraf durchgängig die definierten Mindestwerte. Im Stressszenario betrug die Netto-Liquidität 926 Mio. Euro zum Bilanzstichtag (Ende 2011: 1.469 Mio. Euro) und 869 Mio. Euro im Jahresdurchschnitt (Vorjahr 1.265 Mio. Euro). Dabei modellieren wir einen abrupten und massiven Abfluss von Kundeneinlagen ebenso wie eine stark erhöhte Inanspruchnahme offener Kreditlinien. Zusätzlich werden Abschläge (Haircuts) von hochliquiden Vermögenswerten simuliert. Im Laufzeitband von einer Woche bis zu einem Monat war der kumulierte Wert unter Stressbedingungen deutlich positiv. Die Anforderungen der MaRisk an kapitalmarktorientierte Institute haben wir damit sicher erfüllt. Diese müssen hinreichende Geldmittel und hochliquide, zentralbankfähige Vermögensgegenstände vorhalten, um einen kurzfristigen Refinanzierungsbedarf im Stressfall mindestens eine Woche überbrücken zu können. Für den Zeithorizont von mindestens einem Monat dürfen weitere Bestandteile der Liquiditätsreserve herangezogen werden, soweit diese ohne signifikante Wertverluste und unter Einhaltung regulatorischer Anforderungen liquidiert werden können.

Die regulatorische Liquiditätskennziffer lag mit einem Durchschnittswert von 3,88 deutlich oberhalb des aufsichtsrechtlichen Mindestwerts von 1. Die Liquiditätskennziffer errechnet sich aus der Gegenüberstellung der kurzfristigen Zahlungsmittel und -verpflichtungen mit einer Laufzeit bis zu einem Monat. Die als Beobachtungskennziffern ermittelten LCR und NSFR gemäß Basel III lagen im Berichtsjahr jeweils komfortabel über den künftig einzuhaltenden Mindestschwellenwerten.