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Erwartete Geschäfts- und Ertragslage

Die comdirect Gruppe will ihren Wachstumskurs auch vor dem Hintergrund des weiterhin schwierigen Marktumfelds in beiden Geschäftsfeldern fortsetzen.

Im Geschäftsfeld B2C will die comdirect bank ihr Potenzial in Banking, Brokerage und Beratung auch künftig umfassend nutzen. Dabei steht unverändert das Banking im Mittelpunkt des Neukundengeschäfts. Die Intensivierung der Marketingkampagnen soll dazu beitragen, die Zahl der Giro- und Tagesgeldkonten mit derselben Dynamik wie in den Vorjahren zu steigern. Parallel dazu werden die Leistungsmerkmale von Girokonto und Karten – ebenso wie die Sicherheitsfeatures im Direct Banking – fortlaufend verbessert. Unter anderem ist die Einführung der photoTAN vorgesehen. Trotz des anhaltenden Niedrigzinsniveaus soll das Einlagenvolumen aufgrund der wachsenden Kontenzahl weiter zulegen.

Im Brokerage wird die comdirect bank ihr Angebot für die aktiven Trader weiterentwickeln. Dies bezieht sich auf technische Aspekte wie die Einführung eines neuen Trading-Frontends, aber auch auf die Zahl der Kooperationspartner im LiveTrading oder die Konditionengestaltung. Die erfolgreiche Flat-Fee-Aktion im ETF-Handel wird fortgesetzt. Darüber hinaus gibt die Bank künftig noch mehr Hilfestellung zur Selbsteinschätzung der Anleger sowie zur Strukturierung des passenden Vermögensaufbaus. Hinsichtlich der Produkte, Prozesse und Dienstleistungen verfügt comdirect damit über gute Voraussetzungen, um auch in 2013 deutliche Nettozuflüsse seitens der Kunden zu erzielen.

Flankiert werden die Initiativen in Banking und Brokerage durch Maßnahmen zur weiteren Qualitätsverbesserung im Kundenservice – auch mit Blick auf die besonders aktiven Kunden – sowie durch die fortlaufende Überarbeitung der Website.

Im Geschäftsfeld B2B ist die Einführung des offenen Wertpapierdepots für das erste Halbjahr 2013 vorgesehen. Dieses eröffnet die Chance, neben bereits angeschlossenen B2B-Partnern weitere Zielgruppen anzusprechen und darüber insgesamt mehr Endkunden zu erreichen. Das offene Wertpapierdepot wird einen Vertriebsschwerpunkt für 2013 darstellen, ebenso wie das im vierten Quartal 2012 eingeführte ebase Managed Depot (s. Geschäftsmodell, Strategie und Steuerung) sowie die betriebliche Altersvorsorge. ebase plant, die Zahl der Institutionellen Partner in allen bestehenden Kundensegmenten zu steigern und darüber hinaus das Segment der Non-Financials zu erschließen. Hierdurch sollen die Zahl der Endkunden sowie die Depot- und Kontenzahlen ebenfalls den Vorjahreswert übertreffen.

Für das Geschäftsjahr 2013 gehen wir von anhaltend anspruchsvollen Marktbedingungen aus. Weiterhin niedrige Marktzinsen und Anleiherenditen werden zu einem rückläufigen Zinsergebnis führen. Für die Folgequartale erwarten wir ein Zinsergebnis leicht unter dem Niveau des vierten Quartals 2012. Nach einem sehr verhaltenen Jahr 2012 gehen wir für 2013 von einer steigenden Trading-Aktivität der Privatkunden aus. Zusammen mit voraussichtlich höheren Vertriebsfolgeprovisionen aufgrund eines allgemein höheren Kursniveaus gehen wir daher von einem verbesserten Provisionsergebnis aus. Erfahrungsgemäß ist das Provisionsergebnis allerdings mit einer größeren Prognoseunsicherheit behaftet; so können fehlende Marktimpulse negative Effekte für das Handelsverhalten unserer Kunden haben. Das sonstige Ergebnis mit den wesentlichen Komponenten Ergebnis aus Finanzanlagen und dem sonstigen betrieblichen Ergebnis war in den Geschäftsjahren 2011 und 2012 insbesondere von positiven Effekten aus einem stattgegebenen steuerlichen Einspruchsverfahren geprägt; derartige Beiträge erwarten wir für das Jahr 2013 nicht. Im Rahmen des aktiven Managements unseres Treasury-Portfolios werden wir gegebenenfalls wie in Vorjahren positive Marktchancen nutzen.

Trotz der im Vergleich zum Geschäftsjahr 2012 in Summe tendenziell schwächeren Ertragslage werden wir unseren profitablen Wachstumskurs weiter fortsetzen, um die sich bietenden Wachstumschancen in einem sich neu sortierenden Privatkundengeschäft zu nutzen. Dadurch werden insbesondere die Aufwendungen für Marketing und IT deutlich oberhalb der jeweiligen Vergleichsgrößen 2012 liegen. Dabei werden wir wie in Vorjahren die Ertragsentwicklung eng beobachten und gegebenenfalls den Anstieg der Verwaltungsaufwendungen begrenzen.

Insgesamt gehen wir nach aktuellem Stand davon aus, dass das Ergebnis vor Steuern 2013 unter dem Ergebnis 2012 liegen wird. Auch über das Jahr 2013 hinaus werden wir unseren Wachstumskurs weiter fortsetzen, wobei wir auch für diesen Zeitraum derzeit von weitgehend unveränderten Marktbedingungen ausgehen müssen. Für das Geschäftsjahr 2014 erwarten wir daher ein Ergebnis auf dem Niveau 2013.